Sind wir wirklich Ordnungs-Weltmeister?

Studie zeigt, warum Deutsche unordentlicher sind als ihr Ruf

Mittwoch, 12. Oktober 2016 — Deutsche gelten in der Welt als ordnungsverliebt. Tatsächlich will jeder Zweite getreu dem Motto "Ordnung muss sein" leben, dennoch dominiert in vielen heimischen Haushalten das Chaos, wie eine aktuelle, repräsentative Studie der Flohmarkt-App Shpock aufzeigt. Fehler beim Ausmisten, unbedachter Konsum und ungewollte Geschenke tragen dazu bei, dass 30% aller Haushalte unter Platzmangel leiden.

Ordnungsliebe vs. Chaos

50% der Deutschen bezeichnen sich selbst als ordnungsliebend. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sagen sie den nicht mehr benötigten und längst vergessenen Dingen im Haushalt regelmäßig den Kampf an. Jeder deutsche Haushalt wird deshalb im Schnitt alle 13 Monate [1] – also ca. einmal pro Jahr – ausgemistet. Doch trotz dieser regelmäßigen Entgiftung für Schränke, Regale und Schubladen beklagt fast jeder Dritte zu wenig Stauraum in den eigenen vier Wänden. In Nordrhein-Westfalen steigt diese Zahl sogar auf 37%.

Die Ursachen für dieses Platzproblem sind vielschichtig, doch zu einem großen Teil sind sie selbstverschuldet, wie die Ergebnisse der Umfrage von Shpock (www.shpock.de) verdeutlichen.

Nur 19% haben einen Plan

Eines der Hauptprobleme ist, dass die Art und Weise, wie ausgemistet wird, verbesserungswürdig ist: Für 68% der Deutschen ist Ausmisten eine lästige Pflicht, die sie spontan und ohne jeglichen Plan erledigen. Dem gegenüber stehen lediglich 19%, die systematisch und effizient vorgehen. Darüber hinaus geben 40% zu, dass es ihnen schwer fällt, sich von ungenutzten Dingen zu trennen. --> Tipps von Aufräum-Coach Rita Schilke

Wie regelmäßig wird im Schnitt ausgemistet? Monate
Berlin 10,8
Bayern 11,5
Baden-Württemberg 12,7
DEUTSCHLAND 13,0
Nordrhein-Westfalen 13,1
Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein 13,4
Sachsen, Thüringen 13,5
Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland 13,8
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt 14,2

 

Das erklärt auch, warum viele Deutsche weiterhin im Besitz von Dingen sind, die sie eigentlich nicht mehr benötigen. So gibt mehr als die Hälfte der Befragten (53%) zu, Kleidung aufzubewahren, die längst nicht mehr passt oder gefällt.

„Es ist nachvollziehbar, dass man sich von gewissen Dingen aus emotionalen Gründen nicht trennen möchte. Auf der anderen Seite war es noch nie so schnell und einfach möglich, ungenutzte Dinge zu Geld zu machen wie heute. 30 Sekunden genügen und schon steht das nicht mehr benötigte Stück zum Verkauf“, erklärt Fabio Tiani von der Flohmarkt-App Shpock.

Shopping-Ausrutscher und Geschenk-Fehlgriffe

Ein weiterer Auslöser für das Stauraum-Dilemma in den eigenen vier Wänden ist der unachtsame Konsum. 26% haben in den letzten 12 Monaten etwas gekauft (z.B. Schuhe, Werkzeug oder Spiele) ohne diese Dinge im Nachhinein tatsächlich zu verwenden. Auffällig ist, dass Frauen eher zu sogenannten Fehlkäufen tendieren als Männer (31% vs. 21%).

Doch nicht nur die Shopping-Ausrutscher sorgen für Platzmangel, auch ungewollte Geschenke tragen dazu bei. Häufig bekommen wir von Verwandten, Freunden und Kollegen Dinge geschenkt, für die wir keine Verwendung haben – 30% der Deutschen ist so etwas im letzten Jahr mindestens einmal passiert. Bei den 18- bis 24-Jährigen wurden sogar 43% „Opfer“ eines ungewollten Geschenks.

„Diesen Trend beobachten wir besonders zu Weihnachten. Nach dem Heiligen Abend stellen viele User noch originalverpackte Produkte auf Shpock ein und versuchen so die Geschenk-Fehlgriffe zu Geld zu machen“, schildert Shpock-Sprecher Tiani.

[1] Alle angeführten Daten wurden im Rahmen einer Umfrage des Marktforschungsinstituts im Auftrag der Flohmarkt-App Shpock erhoben. Insgesamt wurden 2000 Erwachsene im Alter von 18 bis 70 Jahren repräsentativ für die deutsche Bevölkerung befragt.

"Die Vision von der aufgeräumten Wohnung mit viel Freiraum steht im Vordergrund" – hier geht's zum Interview mit Aufräum-Coach Rita Schilke