Sammelstudie: Deutsche bunkern 27,3 Milliarden Euro im Schrank

Baden-Württemberger und Berliner an der Spitze der Sammler

Donnerstag, 7. August 2014 — Durchschnittlich 1.040 Euro in Form von ungenutzten Gegenständen verstauben in deutschen Haushalten, doch nur die wenigsten Deutschen unternehmen etwas dagegen. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Umfrage* der Flohmarkt-App Shpock (www.shpock.de) in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos hervor.

Fast jeder Dritte träumt von mehr Stauraum in den eigenen vier Wänden. Wie die jüngste Erhebung zum Sammelverhalten der Deutschen zeigt, stehen wir uns bei der Erfüllung dieses Traums zumeist selbst im Weg. Lediglich 18 Prozent der Befragten behaupten, keinerlei ungenutzte Gegenstände zu besitzen. Die übrigen 82 Prozent bunkern Sachen, die zuletzt vor Jahren verwendet wurden bzw. zukünftig nicht mehr benutzt werden.

Ungenutzte Gegenstände in deutschen Haushalten:

  1. Bücher (44%)
  2. Kleidung (40%)
  3. Spiele (29%)
  4. Filme (28%)
  5. Elektronik (26%)
  6. Accessoires (24%)
  7. Spielzeug (24%)
  8. Fitnessgeräte & Sportartikel (21%)
  9. Musik (21%)
  10. Kinder- und Babysachen (18%)
  11. Möbel (17%)
  12. Sonstiges (10%)  

Die Hitliste der beliebtesten Dinge, die ungenutzt in den heimischen Schränken, Abstellräumen und Kellern schlummern, führen Bücher (44%) gefolgt von Kleidung (40%) an. Immerhin mehr als jeder Vierte gibt an, Spiele (29%), Filme (28%) und Elektronikgegenstände (26%) ausschließlich als Staubfänger zu nutzen.

Berliner Flughafen & Co. finanzieren
Der Wert der ungenutzten Gegenstände in den betroffenen Haushalten beträgt im Schnitt 1.040 Euro. Das ergibt summiert mindestens 27,3 Milliarden Euro für die gesamte Bundesrepublik.

Um diese Zahl in ein Verhältnis1 zu setzen: Man könnte damit nicht nur den Bau der Prestige-Projekte „Stuttgart 21“ und „Flughafen Berlin Brandenburg“ finanzieren, sondern auch alle Bundesliga-Kicker samt weltmeisterlichem DFB-Kader kaufen. Dem nicht genug, wäre noch ausreichend Geld vorhanden, um 30 Millionen Haushalten eine PlayStation 4 zu spendieren sowie drei Airbus A380 anzuschaffen. 

„In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle spielt, verändert sich auch das Konsumbewusstsein der Menschen“ - Katharina Klausberger

Verändertes Konsumbewusstsein
Doch wohin am besten mit dem alten Kram? „Verkaufen“, sagt Katharina Klausberger. Die Mitgründerin der Flohmarkt-App Shpock muss es wissen, schließlich dreht sich in ihrem Alltag alles um den Wiederverkauf von gebrauchten Dingen.

„In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle spielt, verändert sich auch das Konsumbewusstsein der Menschen“, schildert Klausberger. „Mittlerweile mehr als drei Millionen Nutzer zeigen uns, dass es nicht immer etwas Neues sein muss, wenn das gebrauchte Gegenstück gut in Schuss und um einiges günstiger ist.“ 

Bundesländer Ranking

  1. Baden-Württemberg 1305 €
  2. Berlin 1097 €
  3. Bayern 1044 €
  4. NRW 1023 €
  5. Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein 996 €
  6. Sachsen, Thüringen 985 €
  7. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt 977 €
  8. Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland 865 €

Tatsächlich zeigen die Deutschen grundsätzlich den Willen, sich von ihren ungenutzten Dingen zu trennen. Die Motive, warum dies allerdings noch nicht passiert ist, sind vielschichtig. So gibt fast jeder Dritte (30%) an, aus Zeitmangel noch nicht dazu gekommen zu sein, sich dem Thema anzunehmen. 22 Prozent fühlen sich emotional an die verstaubten Gegenstände gebunden und rund jeder Siebte (14%) ist schlichtweg zu faul.

*Beschreibung der Methode: Alle angeführten Daten wurden vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von Shpock erhoben. Insgesamt wurden 1.000 Personen repräsentativ für die deutsche Bevölkerung im Alter von 16 bis 70 Jahren befragt. Die Erhebung wurde mittels Online-Panel im Zeitraum vom 2. bis 3. August 2014 durchgeführt.