Miese Weihnachten sorgen für Secondhand-Boom

26 % verkaufen ungewollte Geschenke online

Mittwoch, 14. Dezember 2016 — Die Wahrscheinlichkeit, am Heiligen Abend ein unpassendes Geschenk auszupacken, ist hoch. Laut einer aktuellen Studie der Flohmarkt-App Shpock ist dies im vergangenen Jahr jedem Dritten passiert. Aber wie reagieren die Beschenkten angemessen auf einen Geschenke-Fehlgriff? Wie profitieren sie sogar davon? Der deutsche Knigge-Rat und die Secondhand-Experten von Shpock kennen die Antworten.

„Das habe ich mir schon immer gewünscht“ – so oder so ähnlich lautet eine typische Reaktion auf ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. Dabei ist dies in vielen Fällen eine Lüge – darauf deuten zumindest aktuelle Zahlen einer Studie[1] im Auftrag der Flohmarkt-App Shpock hin. So gibt rund ein Drittel der befragten Deutschen an, im letzten Jahr ein Geschenk bekommen zu haben, das nie benutzt wurde.

Die Auswirkungen dieser Fehlgriffe werden vor allem auf Online-Marktplätzen sichtbar. Katharina Klausberger, Mitgründerin von Shpock:

„Nach der Bescherung ist bei uns vor dem User-Ansturm. Zahlreiche Menschen bieten ihre unpassenden Präsente teils originalverpackt unmittelbar nach dem Heiligen Abend auf Shpock zum Verkauf an.“

Das bestätigt auch eine Studie, wonach jeder Vierte[2] Online-Plattformen benutzt, um ungewollte Geschenke in bares Geld umzutauschen. 

Knigge: So wahren Sie das Gesicht
Die Gründe dafür sind leicht erklärt: Für viele Personen überwiegt das Schamgefühl beim Öffnen eines ungewollten Geschenks. Nur 3 % der befragten Personen geben an, den Schenkenden auf das unpassende Präsent hinzuweisen. Ein viel größerer Teil – ungefähr 26 % – entscheidet sich für das Verkaufen auf Online-Plattformen, fällt hier schließlich auch das unangenehme Fragen nach der Rechnung für den Umtausch weg. Das trauen sich nämlich nur rund 13 % der Befragten. Wie man seine Unzufriedenheit dennoch höflich kundtut, weiß Agnes Jarosch vom Knigge-Rat:

„Hart in der Sache, weich zum Menschen ist in so einem Fall eine gute Devise. Bei vorgegaukelter Freude besteht die Gefahr, dass Sie in den Folgejahren wieder mit unliebsamen Geschenken der gleichen Kategorie bedacht werden.“

Stattdessen empfiehlt die Benimm-Expertin eine wertschätzende Rückmeldung. Etwa: „Danke! Du hast gut zugehört und Dir gemerkt, dass ich Krimis über alles liebe. Genau dieses Buch habe ich allerdings schon. Denkst Du, dass wir es gemeinsam gegen ein Werk eintauschen können, das ich noch nicht kenne?“

Tech-Gadgets: Schnäppchenjäger aufgepasst

Ein weiterer Grund, weshalb sich gleich nach Weihnachten zahlreiche attraktive Schnäppchen auf Online-Plattformen tummeln, sind Produktneuheiten unter dem Weihnachtsbaum. Dies trifft vor allem auf Technik-Gadgets zu. So manch ein Fernseher, Smartphone oder Tablet findet am Heiligen Abend einen neuen Besitzer – die Vorgängermodelle müssen dann recht rasch den Neuheiten weichen.

Besonders in der Elektronik-Kategorie bieten sich nach Weihnachten zahlreiche Gelegenheiten für Schnäppchen-Jäger“, so Klausberger.

Die Experten von Shpock gehen davon aus, dass sich zahlreiche leistungsstarke Vorjahresmodelle wie iPhone 6S, Samsung Galaxy S6, Smart Watches der ersten Generation oder die PlayStation 4 in den Weihnachtsfeiertagen auf Online-Marktplätzen tummeln werden.

 

[1] Online-Befragung durch YouGov, n = 2000, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung

[2] Online-Befragung durch Ipsos, n = 1000, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung