Deshalb shoppen wir Secondhand-Produkte

Studie und Infografiken zum Gebrauchtwarenhandel in Deutschland

Mittwoch, 25. Februar 2015 — Stöbern, entdecken und verkaufen – früher beschränkte sich der Handel mit Gebrauchtwaren auf kleine Flohmärkte und Trödelläden. Heute boomt die Wiederverkaufs-Branche in Deutschland on- und offline wie kaum eine andere. Die Motive für den Griff zu Secondhand sind vielschichtig, wie die aktuelle Umfrage der Flohmarkt-App Shpock zeigt.  

„Ledertaschen von Michael Kors, neue Nike Air Max oder die Wayfarer-Sonnenbrille von Ray-Ban – Brands, die im Geschäft für viele unerschwinglich sind, werden auf dem Gebrauchtmarkt für eine breite Masse zugänglich“, erläutert Shpock-Mitgründerin Katharina Klausberger. Tatsächlich ist dieser Weg, günstig an Marken-Produkte zu kommen, für 50% der Deutschen eines der Hauptargumente pro Secondhand-Shopping.

„Für Deutsche gibt es drei starke Motive beim Secondhand-Shopping: Geld sparen, nachhaltiger Konsum und die Suche nach Raritäten.“ Shpock-Mitgründerin Katharina Klausberger

Der Trend zu gebrauchten Waren ist längst kein Nischenphänomen mehr, wie die Studie zeigt. Für 6 von 10 Befragten muss es nicht immer etwas Neues sein. „Wir registrieren, dass das Interesse für den privaten Kauf und Verkauf von Gebrauchtwaren in Deutschland unaufhaltsam wächst“, sagt Klausberger.

Frauen forcieren Secondhand-Trend
Der Vergleich der Geschlechter zeigt, dass der Secondhand-Trend tendenziell mehr von Frauen (64%) als Männern (56%) getragen wird. Speziell der Nachhaltigkeitsgedanke (46% vs. 37%) und das Einkaufen trotz Geldmangels (47% vs. 34%) sind für Deutsche Frauen stärkere Argumente pro Secondhand-Shopping als für ihre männlichen Pendants.

Junge auf der Jagd nach dem Einzigartigen
„Begünstigt durch den Vintage- und Retro-Trend wird die Suche nach besonderen Stücken vor allem für die Generation unter 30 Jahren immer wichtiger“, erklärt Klausberger. Dieser Drang nach Individualität und Dingen, die nicht an jeder Straßenecke zu finden sind, wird auch durch die ShpockStudie bestätigt. 33% der 16- bis 29-Jährigen nutzen Secondhand-Shopping, um seltene und einzigarte Gegenstände zu finden.

Nachhaltigkeit für Uni-Absolventen besonders wichtig
Das Thema Nachhaltigkeit beim Shopping aus zweiter Hand spielt laut Umfrage vor allem für Personen aus höheren Bildungsschichten eine wichtige Rolle. Während 50% der Akademiker in Deutschland den umweltschonenden Faktor am virtuellen Flohmarkt schätzen, ist dieser Umstand nur für 26% jener Personen mit keinem oder Hauptschulabschluss relevant.

Das gefällt Deutschen an Secondhand-Shopping:

  • 50% Ich bekomme Marken-Waren zu günstigeren Preisen
  • 42% Nachhaltiger und umweltschonender Konsum
  • 41% Ich kann trotz Geldmangels Dinge kaufen
  • 36% Möglichkeit, Geld für andere Investitionen zu sparen
  • 33% Ich bekomme mehr Produkte für das gleiche Geld
  • 29% Ich finde seltene und einzigartige Stücke 

Das begünstigt den Secondhand-Boom:

  • Menschen achten mehr aufs Geld – wollen gezielt sparen bzw. nebenbei etwas verdienen
  • Kürzere Produktlebenszyklen v.a. bei Elektronik
  • Dank Smartphones ist der Handel mit Gebrauchtwaren jederzeit möglich und so einfach bzw. schnell wie nie zuvor
  • Nachhaltigkeit spielt immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft
  • Trend zu seltenen Vintage- und Retro-Stücken